Prag

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Mit dem Flix Bus nach Prag

Ich bin für zwei Tage unterwegs in Prag- der goldenen Stadt! Mit dem Flix Bus aus Dresden bin ich nach zwei Stunden Busfahrt für gerade mal 13€ hier her gekommen. Entspannter geht es nicht. Zwei Tage vorher online gebucht, mit Paypal bezahlt, Tickets ausgedruckt und los ging es auch schon! Der Bus war pünktlich, nicht überfüllt und ich habe zwei glückliche Reisende aus Afrika kennengelernt, die so viel über Deutschland von mir wissen wollten, dass ich mein Englisch wieder auf Vordermann gebracht und mir die Busfahrt noch angenehmer vorkam.

Angekommen nach zwei Stunden Fahrt- ich empfehle im Bus unbedingt die Plätze oben in der „Front Row“, es sei denn ihr nehmt Reisetabletten gegen die Übelkeit- denn die Sicht von hier ist einfach grandios. Und bitte nicht den Reisepass oder Ausweis vergessen- die Polizei scheint Flixbusse zu mögen und die Kontrollen sind vorprogrammiert.

 Besuch bei den 12 Aposteln

Nun habe ich heute die Stadt bei schönstem Wetter erkundet und mal wieder festgestellt welch schöne Metropole in direkter Nachbarschaft von Dresden liegt. Prag hat so unglaublich viel zu bieten und ist unfassbar schön und vielfältig.

Begonnen habe ich meinen Trip am Wenzelsplatz- einem perfekten Ausgangspunkt für eine schöne Tour zu Fuß durch die Stadt an der Moldau. Vorbei an vielen Geschäften, die ich natürlich auch nicht unbesichtigt ließ, lief ich zunächst zum Altstädter Ring und schaute mir das Spektakel vor dem Rathaus an, als sich Punkt zwölf eine große Menschenmenge vor der astronomischen Uhr (tschechisch Orloj) versammelt hatte. Denn zu jeder vollen Stunde kommen hier pünktlich zum Glockenschlag die 12 Apostel zum Vorschein. Nun ja, die sind natürlich ganz klein und gucken ja auch nur kurz zur Türe raus, aber sie machen das immerhin seit 1860! Die gespannten Gesichter der Touristen aus aller Welt schauten nach dem kurzen Intermezzo der Apostel allerdings fast enttäuscht- es wurde wohl mit mehr Präsenz der Heiligen gerechnet! Dennoch erhielten die 12 Apostel einen spontanen Beifall und der Platz lebte so richtig auf! Ich hatte gleich Gänsehaut. Nun wollte ich aber hoch hinaus und mir Prag von oben ansehen. Der Blick vom Rathaus über die gesamte Stadt ist unbeschreiblich und gehört für mich zu einem Muss. Für umgerechnet 5€ kommt man auch ganz entspannt mit dem Aufzug nach oben.

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Der schönste Blick auf die Moldau

Tief beeindruckt durch den gigantischen Ausblick auf Prag, ging meine Tour weiter zur berühmten Karlsbrücke und diese lädt zum Verweilen ein, denn der Blick auf die Moldau und die Prager Burg ist einmalig. Aber auch meiner liebsten Beachäftigung- dem people watching, konnte ich hier entspannt nachgehen. Die vielen kleinen Stände und Künstler reihen sich an einander und ergeben ein schönes Bild.

Empfohlen wurde mir auch eine Bootstour, die auf der Brücke überall angeboten werden, ich wollte jedoch weiterhin zu Fuß gehen und werde ja auch nicht das letzte Mal hier sein.

Wenn durch die Kilometer zu Fuß der kleine Süßigkeiten Hunger aufkommt, dann sollte man in Prag unbedingt ein „Trdelnik“ probieren. Sozusagen die traditionellste Süßspeise Tschechiens. Trdelnik ist ein Gebäck welches über Kohlen gebacken und anschließend in Zimt und Zucker gewälzt wird- einfach köstlich und schön süß! Den leckersten habe ich direkt an der Karslbrücke in einer kleinen Patisserie gegessen.

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Geheimtipp Kloster Strahov

Ab der Karlsbrücke geht es langsam immer mehr bergauf in Richtung der Prager Burg- dem Hradčany. Von hier aus hat man ebenso einen wunderbaren Blick über die weite Stadt und ist direkt am Goldenen Gässchen, wo einst Franz Kafka lebte. Besucht habe ich das Gässchen nicht, da hierfür eine Eintrittskarte notwendig ist, die um die 20€ kostet und noch weitere Sehenswürdigkeiten beinhaltet. Mich hat es dieses Mal in ein anderes besonderes Bauwerk gezogen – das Prämonstratenser Kloster Strahov.

Theologischer Saalo Strahov

Unweit von der Prager Burg entfernt liegt das alte Kloster und beherbergt eines der ältesten Archive Europas. Der theologische Saal wurde 1671-1679 erbaut, hier befinden sich über 20.000 Bände religiösen Inhalts. Der philosophische Saal liegt gleich nebenan und wurde 1783 gebaut, weil die erste Bibliothek zu klein wurde. Er beherbergt mehr als 50.000 historische Bände. Über den Regalen sieht man vergoldete Holzschnitzereien und monumentale Deckengemälde die innerhalb eines halben Jahres von nur zwei Malern gefertigt wurden. Einfach unfassbar erscheinen diese alten Räumlichkeiten. Mich hat diese Klosterbibliothek tief beeindruckt. Dieses antike Archiv hat schon seit jeher viele bekannte Besucher angelockt, so besuchte schon 1812 Napoleons Frau Marie Louise die Räumlichkeiten und ein Teil von James Bonds Casino Royal sowie Sean Connery drehte im philosophischen Saal „Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman“. Also ein wirklich geschichtsträchtiger Ort, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Übrigens sind hier vergleichsweise nur wenige Touristen zu finden, es ist also noch ein kleiner Geheimtipp! Außerhalb der Bibliothek gibt es eine sehr alte Klostereigene Brauerei und noch viele weitere schöne Dinge zu besichtigen.

Philosophischer Saal

Kaffee am Altstädter Ring

Nachdem ich nun circa 7 Kilometer Fußmarsch durch die Stadt hinauf zur Prager Burg hinter mir hatte bin ich nun mit dem Taxi noch einmal zurück mitten in den Trubel des Altstädter Rings und habe die vielen wunderschönen Häuser der goldenen Stadt einfach genossen und auf mich wirken lassen. Da Prag im zweiten Weltkrieg weitesgehend von Luftangriffen verschont geblieben ist, sind die Bauten noch sehr gut erhalten und verglichen mit Bildern aus dem 19 Jahrhundert nahezu unverädert. Der Altstädter Ring läd zum Verweilen ein. Ein Platz der niemals schläft, weilgarantiert  immer ein Pantomimiker oder ein Musiker wie Besucher unterhält.

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Hotel am Stadtrand von Prag

Um viel von Prag zu sehen, sollte man natürlich ein oder zwei Nächte hier übernachten. Direkt in der Stadt sind die Unterkünfte natürlich etwas preisintensiver, daher habe ich mir ein wunderbares Hotel außerrhalb der Stadt genommen und war sehr froh über diese Wahl. Das Chateau St. Havel ist ein alte Burg direkt an einem See. Hier kann man sehr gut essen und frühstücken (was für Tschechien nicht gerade gewöhnlich ist). Zudem fährt jeden Tag ein kostenloses Taxi (auch mit WiFi) direkt zum Wenzelsplatz. Und das ganze für zwei Nächte im Doppelzimmer für nur 120€. Und wer abends müde Beine hat, kann sich noch in den Hauseigenen Whirpool oder die Sauna legen. Ein gelungener Kurzurlaub – das Gute liegt manchmal so nah!

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