Santorini – oder die beste Aussicht der Welt

Seit ich vor 9 Jahren auf Kreta war, begeisterten mich die Postkarten- und Kalendermotive von Santorini so sehr, dass ich mich warscheinlich mit diesen allein niemals zufrieden gegeben hätte, ohne es einmal im Leben live gesehen zu haben! Und so schaffte es diese Insel sofort auf meine Einmal im Leben Liste. Es kostete mich zwar einiges an Überredungskünsten meinen Freund davon zu überzeugen auf einem Vulkankrater Urlaub zu machen, aber irgendwann hat er glücklicherweise nachgegeben und mir vertraut – und so konnte ich endlich unseren Traumurlaub planen!

Wenn auch du Sehnsucht hast nach endlos schönen Aussichten, köstlichen Weinen, super freundlichen Menschen, Vulkanstränden und vielen kleinen verträumten Dörfern mit blau weißen Häusschen, dann solltest du schleunigst auf die kleine Kykladen Insel fliegen! Ich sage dir hier was du in 7 Tagen auf Santorini alles machen kannst, ohne dass dir auch nur einmal langweilig wird!

Zunächst möchte ich jedoch unser super tolles Hotel unbedingt weiterempfehlen, weil es einfach die  beste Aussicht bietet, drei tolle Pools  und ein klasse Restaurant hat und dort die besten Menschen arbeiten, die man sich im Urlaub wünschen kann! Alle Mitarbeiter des Hotels sind sehr engagiert, lesen dir jeden Wunsch von den Augen ab und geben ihr Bestes für deine Entspannung! Das Volcano View Hotel war für uns wirklich perfekt und noch dazu auf der nicht ganz so günstigen Insel eins der Bezahlbaren.

Als beste Reisezeit wird häufig Mai/Juni und September/Oktober genannt, da zu dieser Zeit noch nicht all zu viele Kreuzfahrtschiffe anlegen und eher weniger Touristen auf  der Insel sind. Zudem sind die Temperaturen nicht all zu heiß und die Vegetation am schönsten! Am schnellsten gelangt ihr mit einem Direktflug von Condor ab München oder Stuttgart auf die Trauminsel. Ist das nicht toll, in 2,5 Stunden in einer anderen Welt zu sein?

Unser Hotel war etwas außerhalb der Hauptstadt Firá gelegen aber mit einem Mietwagen oder dem kostenlosen Hotel Shuttle schnell und unkompliziert zu erreichen. Apropos Mietwagen! Wir haben uns vor Ort über Sixt für drei Tage einen VW-Up gebucht und sind damit sehr spritsparend über den Vulkankrater gedüst! Das macht Spaß und bietet euch natürlich viel mehr Freiheit beim Reisen.

Dörfliche Idylle abseits der Touristenpfade

Am ersten Tag ging es für uns in die beiden kleinen und noch sehr ursprünglichen Dörfer Megalochori und Pyrgos, die wir nach circa 15 min mit dem Auto erreichten. Mit gerade mal 460 Einwohnern war Megalochori eigentlich mein Lieblingsort, denn hier konnten wir sofort den griechischen Spirit spüren und haben uns einfach die kleinen verwinkelten Gassen entlang treiben lassen. Nach einem wahnsinnig leckeren Mittagessen im Restaurant Feggera sind wir zum kleinen Patio und Dorfmittelpunkt geschlendert und haben unzählige schöne Hinterhöfe und pitoreske Häuschen gefunden.

Hier trifft man außer ein paar alte entspannte Dorfbewohner und drei Eseln eigentlich niemanden groß und das macht den Ausflug in diese kleinen Dörfer wirklich sehr entspannt. Beeindruckt haben mich auch die vielen kleinen Kunst- und Schmuckgeschäfte in Megalochori. Hier kann man schnell arm werden, weil es einfach viel zu viele schöne, handgemachte Schmuckstücke gibt!

Nachdem wir also unsere Rucksäcke mit Kunstvollem der Einwohner gefüllt hatten, erkundeten wir jede Gasse des Dorfes, weil ja wirklich jedes Haus geheimnisvoll anmutet und ich gefühlt jede Haustür in diesem Ort fotografieren musste. Ich muss zugeben, ich stehe auf schöne oder alte oder schon abgewohnte, blaue Haustüren und frage mich jedes Mal was es wohl dahinter alles zu entdecken gäbe!

In Pyrgos gibt es einen ähnlich hübschen Dorfkern! Und ähnlich viele wunderbare blaue Türen! Warum ist hier denn eigentlich alles Blau und Weiß? Es gibt zwei Theorien: Zum einen sind es natürlich die Landesfarben von Griechenland und zum anderen spiegelt das Blau den meist wolkenlosen Himmel und das tiefblaue Meer wieder und das Weiß die Gischt des Meeres.

Sonnenuntergänge die das Herz erweichen

Wenn ihr keine Romantik mögt und Kitsch absolut nichts für euch ist, dann solltet ihr ab 20:30 Uhr schnell auf euer Hotelzimmer verschwinden. Denn dann geht auf Santorini so richtig die Show ab! Jeden Abend in unserer Urlaubswoche war der Sonnenuntergang schöner, eindrucksvoller und noch romantischer als am Vorabend. Jeden Abend haben wir festgestellt, dass ein Urlaubstag nicht schöner und ruhevoller zu Ende gehen kann als hier. Meine Empfehlung lautet daher: schnappt euch eine Flasche besten Weißwein (z.Bsp. Atlantis direkt aus Santorini) und dann ab auf die nächste Mauer oder an den Strand um dieses sensationelle Naturspektakel zu genießen und für immer in seinen Erinnerungen abzuspeichern!

Qualmende Vulkankrater und heiße Quellen auf den Kameni Inseln

Santorin ist übrigens der einzige aktive, bewohnte Vulkan auf der Welt und so dürft ihr natürlich auf keinen Fall die einzigartigen Kraterlandschaften und die Vulkankrater auf der kleinen Nachbarinsel Palea Kameni (zu deutsch: Alte Verbrannte) verpassen. Die Caldera auf der die Dörfer gebaut sind, ist eigentlich ein kesselförmiger Krater, der sich über Jahrmillionen mit Wasser gefüllt hat. Am besten bucht ihr eine Halbtagstour entweder über Viator oder direkt im Hotel über euren Reiseveranstalter. Ihr werdet am frühen Nachmittag abgeholt und direkt an den Hafen zu einem klassischen Holz-Segelboot gebracht, mit dem es dann als erstes auf den Vulkankrater geht! Ich empfehle unbedingt geschlossene Schuhe und Sonnensichere Kleidung, denn hier wird es richtig heiß und wie das auf einem Vulkan so üblich ist, gibt es keine Schattenspender! Der Blick auf das Lavagestein, die heißen und qualmenden Schwefel Herde waren wahnsinnig beeindruckend und diese Erfahrung hier möchten wir keines Falls missen! Wenn man auf dem Vulkan steht, bekommt man erst einmal eine Idee davon, wie groß der Vulkan eigentlich mal gewesen sein muss! Und nur von hier aus, siehst du einmal die ganze Kaldera und die Insel Santorini in ihrer wahren Größe und Schönheit!

Nun ging es weiter nach Palea Kameni, die so genannte „Alte Verbrannte“ – vor den Ufern sprang ich mutig vom Schiff in die Ägäis und schwomm zu den heißen Schwefelquellen in eisenroten Wasser! Unter uns stiegen Gasblasen auf und ich dachte mir: hier unter mir in der Erde  geht es sicher richtig ab! Nach einem wunderbaren Abendessen in einer typischen Taverne auf Thirassia, einer weiteren Nachbarinsel, ging es dann zu einem herrlich schönen Sonnenuntergang an die Küste vor Oía wo sich schon einige Schiffe und Katamrane um die beste Position drängten.

Traumhaft entspannte Atmosphäre in Oía und Fíra

Dank unseres kleinen Mietwagens konnten wir in 10 Minuten die Hauptstadt Fíra und in 30 Minuten Oía erreichen. Hier gibt es unzählige schöne Geschäfte, einen kleinen Marktplatz und natürlich ganz viel Blau-Weiß! Die vielen kleinen Gässchen laden zum entspannten Shopping ein und zwischendurch kann man immer wieder halt in einem kleinen Café oder einer Taverne machen. In Oía kann ich euch unbedingt die Taverne Pelekanos empfehlen! So eine wahnsinns Aussicht habt ihr wirklich nur dort! Das Essen und vor allem Bier sind auf Santorini leider gar nicht günstig, dafür aber wirklich sehr gut. Und man man sich eben vor Augen halten, dass man auf einem Vulkankrater sitzt und da ist natürlich die Anlieferung aller Speisen und Getränke auch nicht ganz so einfach. Das sollte es euch jedoch auf jeden Fall wert sein!

Die weiße Perle – Imerovígli

Wenn es einen Ort gibt der schöner, exquisiter und weißer nicht sein kann, dann ist es Imerovigli! Das kleine Dorf ist zudem das höchstgelegene der Insel. Kreuzfahrttouristen findet man hier überhaupt nicht und deshalb ist man hier regelrecht allein mit den Luxus-Urlaubern. In Imerovígli findet man leicht Hotelzimmer bis 2.000€ pro Nacht, selbstverständlich mit eigenem Infinity-Pool und höhlenartigem Deluxe-Room. Neben den vielen kleinen schicken Hotels und Restaurants kann man von hier aus die Wanderung zum Skaros-Felsen unternehmen. Dieser Weg beginnt direkt hinter dem „besten“ Hotel auf Santorini – dem Grace Hotel. Ich fand Imerovígli ganz besonders schön, auch wenn man hier einfach nur zum „gucken“ ist, aber hier habe ich einfach die schönsten und meisten Fotos des ganzen Urlaubes geschossen!

Rote, Schwarze und Weiße Strände

Wenn du Strände in unterschiedlichen Nuancen und Farben suchst, dann bist du auf Santorini richtig! Es gibt einige, wirklich tolle Strände. Vor allem haben mich aber die Felsformationen der Lava Strände begeistert. Besonders hat uns daher Vlicháda in der Nähe des Red Beach gefallen. Eine besondere Empfehlung möchte ich aber auch noch für den Strand Perivolos und das Restaurant SeaSide by Notos. Hier kann man tagsüber in Strandbetten entspannen und sich nach Herzeslust am Sushi Buffett nach bedienen. Selten habe ich besser zu Abend gegessen als hier, unglaublich leckere Speisen und eine sehr aufmerksame Bedienung! Schaut euch nur die Rippchen auf Olis Teller an! Definitiv ist dieses Lokal auf eurer Santorini Reise Pflicht!

Wenn euch gerade das untrügerische Gefühl überkommt, dass ihr nun unbedingt eine Reise nach Santorini buchen solltet, dann tut es einfach! Ihr werdet es in keinem Fall bereuen…Es ist wirklich so schön wie auf den Bildern und jeden Cent wert.

Denn ist es nicht so: In 20 Jahren erinnern wir uns nicht an die Dinge die wir gekauft, sondern an die Reisen und Abenteuer die wir erlebt haben! Ich freue mich schon auf die nächste Reise, die hoffentlich nicht mehr weit ist…

Kalispera, eure Julia

Comments (2)

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    Sehr schön geschrieben meine Liebe Julia!!! Wenn ich es könnte, würde ich sofort meine Koffer packen und los geht’s .

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    Liebe Julia:) Es ist einfach ein Genuss Deine tollen Zeilen zu lesen und die traumhaft satten Fotos zu sehen! Dafür ein herzliches Dankeschön! Mach weiter so und ich wünsch Dir noch viel mehr spannende Reisen, Berichte und Erfahrungen;) VLG Liliya

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