Die Eroberung des Indischen Ozeans mit dem Katamaran Leopard44

Die beste Art die Vielfalt der über hundert Seychelleninseln zu erkunden ist wohl die des Wasserweges. Nur so gelingt es, möglichst viele dieser wunderbaren Inseln und vor allem die unbeschreiblich schöne Unterwasserwelt zu entdecken. Mit einem Katamaran macht das Inselhopping so richtig Spaß! Es gibt eine Vielzahl von Anbietern und man kann zwischen unterschiedlichen Angeboten an Übernachtungen und Touren wählen. Da wir das erste Mal eine Segelkreuzfahrt gemacht haben, entschieden wir uns für drei Übernachtungen an Bord und fuhren auf dem Leopard44. Gebucht haben wir diese Tour direkt über myseychelles.de. Der Törn „Mango“ beinhaltet die Unterbringung in einer Doppelkabine auf dem 44-Fuß langen Katamaran mit Vollpension, die Benutzung der Angel- und Schnorchelausrüstung und die Schiffsführung durch einen erfahrenen Berufsskipper sowie einen Matrosen der als Koch fungiert. Dieses Angebot gibt es ab ca. 670€ pro Person.

Leopard44 Boomer

Leopard44

Begutachtung des glänzenden Katamarans

Nach unserem bereits 10-tägigen Aufenthalt auf den Inseln Praslin und La Digue waren wir wahnsinnig gespannt auf dieses für uns völlig neue Erlebnis. Unser Törn startete mit einer kurzen Einweisung und der Bekanntmachung mit den anderen vier Gästen, die zusammen mit uns unterwegs waren.  Alle waren sehr nett und verfügten schon über weitaus mehr Segelerfahrung als wir – gute Voraussetzungen für einen gelungenen Trip! Der Katamaran brach mit uns erst zu seiner dritten Fahrt auf, denn er wurde erst kürzlich erstmals zu Wasser gelassen. Alles glänzte und die Reling strahlte mit der Sonne um die Wette. Unser Zimmer war zwar recht klein, jedoch überaus funktionell eingerichtet und verfügte sogar über eine eigene Dusche, eine Klimaanlage und genügend Stauraum für unsere Koffer. Ein echtes Raumwunder die Leopard! Dennoch war ich sehr gespannt, wie gut wir mit den sanften Schaukeln der Wellen wohl wirklich schlafen würden…

Leopard44

Zunächst einmal zeigte unser Skipper uns die Route für den heutigen Tag. Dieses Ritual behielt er auch in den nächsten Tagen bei und so wurde uns jeden Morgen die dem Wetter entsprechende Route gezeigt und wir konnten gespannt auf die Erlebnisse des Tages sein. Kurz nachdem es dann richtig los ging, zeigte der Himmel sich wieder von Wolken bedeckt, was sich aber später als das deutlich hautfreundlichere Wetter herausstellte und uns überhaupt nichts ausmachte. Diese Trauminseln waren einfach bei jedem Wetter wunderschön.

Fertig für den ersten Schnorcheltrip

Wir setzen die Segel und fuhren zunächst von Praslin zur Ile Coco, einer winzig kleinen Insel die in mir sofort Gedanken an Robinson Crusoes Abenteuer weckte. Sie war der Inbegriff einer naturbelassenen, einsamen Insel und trotz des Regens von unglaublicher Schönheit. Susi und Thomas aus Heilbronn sprangen sofort abenteuerlustig in die türkisblauen Wellen um zu schnorcheln. Auch wir legten unsere Schnorchelausrüstung an und wollten sehen, was es Spannendes zu entdecken gab! Aber dann, kurz vor dem entscheidenden Sprung, kam doch ein klein wenig Angst in mir auf: Gab es hier Haie? Wie reagiere ich auf einen Stachelrochen? Was kommt mir da unten noch alles entgegen geschwommen? Ich hatte plötzlich Zweifel, da ich noch nie zuvor schnorcheln gewesen war.

Korallenschönheiten

Aber dann überwand ich mich und fasste meinen Mut zusammen und sprang einfach in die Wellen! Ich wollte wissen was sich so alles unter unserem Boot verbarg. Und ich war überwältigt! Mit weit aufgerissenen Augen schwamm und schwamm ich, bis ich ein wunderschönes Korallenriff fand. Und plötzlich waren da alle vertrauten, schillernd bunten Fische, die ich sonst nur aus dem Aquarium meines Lieblings-Asiaten kannte. Doktor-, Papagein-, Fledermaus-, Anemonen- und Trompetenfische in allen Farben und Größen. So etwas Schönes hatte ich noch nie zuvor gesehen! Und diese vielen bunten Korallen! Ich war so begeistert von dieser Schönheit – dieser für mich neuen Welt! Warum habe ich das nicht schon viel eher in meinem Leben gemacht?

Seychellen Unterwasserwelt

Fotogener Fledermausfisch

Das schönste Riff mit der größten Vielfalt fand ich vor der Insel Félicité. Unser Skipper war stets mit seinem Beiboot in unserer Nähe und zeigte uns die schönsten Stellen zum schnorcheln. Vereinzelt gab es auch Stellen, die von der Korallenbleiche betroffen und durch Tropenstürme zerstört wurden. Aber die vielen kleinen Fische ließen sich davon scheinbar nicht sonderlich beeindrucken. Auch wenn nicht alle der Meeresbewohner vor meine Kamera wollten, gab es doch einige, die sich scheinbar über meine Präsenz freuten und neugierig um mich herum schwommen. Wie zum Beispiel dieser wunderschöne Fledermausfisch, der sich als besonders fotogen herausstellte.

Seychellen Unterwasserwelt Seychellen Unterwasserwelt Seychellen Unterwasserwelt

Schlaflos auf dem Ozean

Nach diesem aufregendem Schnorchelausflug ging es entlang der Küste von La Digue in den Hafen dieser, meiner Lieblingsinsel. In dieser Bucht war das Wasser sehr ruhig und ich war mir sicher, hier auch gut in den Schlaf finden zu können. Wir genossen unser Abendessen, was uns immer frisch von unserem Bord-Koch Frederick zubereitet wurde. Auch unser Schwesternschiff, die La Pelosa fand sich zufällig in diesem Hafen ein und so stießen wir zusammen mit der 10-köpfigen Besatzung auf diesen schönen ersten Tag auf See an. Aufgewühlt von den Erlebnissen des Tages, schlief ich in der Nacht nur ein paar Stunden, träumte wild und war dann zeitig wieder auf den Beinen. Aber so konnte ich aber noch vor dem Frühstück den Sonnenaufgang vor La Digue genießen – heute würde das Wetter besser werden! Wir setzten Segel und fuhren zu den Sister Ilands Grand und Petit Soeur.

Wiedersehen auf La Digue

Es tut so unendlich gut, die Sonne auf meiner Haut zu spüren! Sofort will ich wieder ins Wasser springen und die Riffe vor diesen Inseln erkunden. Heute begrüßen uns wieder jede Menge Fledermausfische und ein großer Rochen. Wir können auch auf die Insel Grand Soeur um am Strand zu entspannen. Da sich die Insel im Privatbesitz befindet, wäre allerdings eine Gebühr zu zahlen. Wir entscheiden uns für die Unterwasserwelt, da heute noch ein Landgang auf La Digue geplant ist. Wir freuen uns sehr, noch einmal auf dieser kleinen Insel sein zu können und besuchen spontan unser erstes Hotel das Le Repaire. Nicola, die Besitzerin empfing uns mit offenen Armen und freute sich sehr über unseren überraschenden Besuch. Nach einem leckeren Tiramisu dürfen wir sogar noch einmal den Hotelpool benutzen und gönnen uns diese wunderbare Abkühlung! An Land merken wir erst einmal wie sehr wir uns schon an das Schwanken auf dem Katamaran gewöhnt haben. Sobald wir sitzen, wird uns doch etwas schwindelig und so fühlten wir uns erst an Bord wieder so richtig „im Gleichgewicht“.

Sehnsucht nach Lazio

In dieser Nacht wollte unser Skipper zunächst wieder im Hafen von La Digue ankern und übernachten. Da ich die Hoffnung hatte, einmal in der schönsten Bucht der Seychellen auf Praslin übernachten zu können, war ich zunächst ein wenig enttäuscht. Ich erzählte ihm von meinem Herzenswunsch, die Anse Lazio zu sehen, aber er sagte es wäre für den Abend mit einer 2-stündigen Überfahrt zu weit. Also setzte ich mich auf das Netz des Katamarans und fand mich damit ab. Plötzlich schmiss er den Motor wieder an und drehte! Würden wir doch noch nach Praslin fahren? Und tatsächlich! Silvio zwinkerte mir zu und steuerte die Anse Lazio an! Er tat mir diesen Gefallen und so segelten wir an diesem Abend dem schönsten Sonnenuntergang entgegen. Ich war überglücklich und genoss diese Fahrt in vollen Zügen mit einem SeyBrew- einem Seychellischen Bier.

Leopard44

Die Sonne verschwand langsam im Ozean und hüllte die Granitinseln in ein warmes, orangefarbenes Licht. Diese Schönheit! Ich werde diesen entzückenden Anblick und das Gefühl der Freiheit des weiten Ozeans niemals vergessen…

Sternschnuppenmarathon

Da auf den Seychellen bereits gegen 18:00 Uhr die Sonne untergeht, erreichten wir die Anse Lazio erst bei Dunkelheit. Viele kleine Boote liegen bereits in der Bucht und langsam zeigt sich der traumhafte Sternhimmel. Nach unserem Abendessen liegen wir stundenlang im Netz unseres Bugs und zählen die vielen Sternschnuppen. Auch das Kreuz des Südens und die Milchstraße sind deutlich zu erkennen. Diesen Abend mit einem der schönsten Sternhimmel werde ich wohl für immer in Erinnerung behalten.

Ohne Regen – kein Regenbogen

Am nächsten Morgen zeigte sich am Horizont ein wunderschöner Sonnenaufgang gepaart mit einem Regenbogen. Heute ging es zur Insel Saint Anne und auf die größte Seychelleninsel – Mahé. Diese Fahrt würde vier Stunden dauern und hoffentlich bei ruhiger See stattfinden! Wir hatten Glück und konnten diese letzte und längste Fahrt noch einmal in vollen Zügen genießen. Vorbei an vielen kleinen Inseln, machten wir uns auf den weiten Seeweg Richtung Süden. Ich verbrachte die gesamte Zeit auf einem kleinen Sitz am Bug, denn von hier aus hatte ich einfach die beste Sicht über den weiten Ozean.

Anse Lazio

Submarine Surprise

Für unser Mittagessen wurde auf dieser Fahrt auch gesorgt, denn mein Freund angelte einen Bonito – was für ein Fang! Frederick bereitete ihn postwendend für uns zu und alle freuten sich über diese frische Mahlzeit. Kurz vor Mahé tauchte auf einmal etwas Sonderbares aus dem Meer auf! Wir trauten unseren Augen nicht: Es war ein riesiges U-Boot! So etwas bekommt man nun wirklich nicht alle Tage zu sehen und auch unsere Crew war sichtlich begeistert. Leider konnten wir nicht herausfinden, warum es sich an diesem Tag dort aufhielt. 2014 suchte man mit einem ähnlichen U-Boot der Royal Navy im Indischen Ozean nach dem verschollenen Flugzeug MH370. Dies wäre jedoch nur eine vage Vermutung. Nichtsdestotrotz war dies ein tolles Erlebnis kurz vor Ende unseres Segeltörns.

U-Boot Seychellen

Glückliches Ende auf Mahé

Vor Saint Anne im Marine Nationalpark machten wir unseren letzten Stop um noch einmal zu schnorcheln. Wir verbrachten ein paar schöne Stunden am schneeweißen Strand und konnten sogar einige kleine Riffhaie erspähen, bevor es dann in den Heimathafen der Leopard44 nach Eden Island auf Mahé ging. Hier verbrachten wir den letzten Abend unserer Seychellen Reise. Bei Kerzenschein und Südafrikanischen Rotwein ließen wir die rundum gelungene Segelfahrt mit den vielen tollen Eindrücken ausklingen und schätzten uns unendlich glücklich, dass wir den Indischen Ozeans und die vielen Inseln der Seychellen mit dieser tollen Crew entdecken und erkunden durften!

Sant Anne Sant Anne
Eine Videoimpression der Inseln, die wir mit dem Katamaran besucht haben…

Comments (0)

Leave a Comment